Experten: Die Legalisierung von iGaming wird einen anderen Weg als Sportwetten einschlagen

In einem kürzlichen Gespräch mit dem Deutsche-Bank-Analysten Carlo Santarelli teilte Richard Schuetz – ein Branchenveteran mit über vier Jahrzehnten Erfahrung – seine Erkenntnisse zum langsameren als erwarteten Ausbau von Online-Casinos in den USA. Schuetz, derzeit CEO von American Bettors‘ Voice (ABV), nannte Bedenken hinsichtlich einer möglichen Kannibalisierung von stationären Casinos als Hauptgrund dafür, dass die Bundesstaaten iGaming nicht so schnell zulassen wie Sportwetten.

„Der Widerstand der stationären Casinobetreiber gegen iCasino, der schon immer existierte, ist nur noch stärker geworden – insbesondere nach der Legalisierung des Produkts in Pennsylvania und Michigan. Ihre Daten haben dazu beigetragen, die Meinung darüber zu prägen, inwieweit iGaming die Einnahmen bestehender Casinos kannibalisieren könnte“, schrieb Santarelli.

Derzeit bieten nur sieben Bundesstaaten – Connecticut, Delaware, Michigan, New Jersey, Pennsylvania, Rhode Island und West Virginia – legale iCasinos an. 38 Bundesstaaten und Washington, D.C. hingegen erlauben Sportwetten in irgendeiner Form. Missouri wird dieses Jahr in die Liste der Sportwetten aufgenommen, sodass die Gesamtzahl auf 39 steigt.

iGaming-Expansion im Jahr 2025? Verlassen Sie sich nicht darauf.

Santarellis jüngster Bericht deutet darauf hin, dass sich das Tempo der iGaming-Genehmigungen im Jahr 2025 wahrscheinlich nicht beschleunigen wird. Er identifizierte Illinois, Indiana, Maine, Maryland, New York und Ohio als potenzielle Kandidaten für Gesetzesinitiativen, wobei er Maryland und Ohio als die wahrscheinlichsten Kandidaten für Fortschritte einschätzt.

Obwohl jeder Fortschritt von der Branche begrüßt würde, könnte es zu Enttäuschungen kommen, wenn größere Märkte wie Illinois oder New York iGaming nicht annehmen.

Wyoming ist ebenfalls ein Kandidat für die Legalisierung von iCasinos, aber als kleinster Bundesstaat des Landes ist es unwahrscheinlich, dass es die allgemeine Akzeptanzentwicklung wesentlich beeinflussen wird.

Santarelli merkte an, dass die Investment-Community Schuetz‘ Ansicht zu teilen scheint: Der Widerstand der Betreiber landbasierter Casinos bleibt ein großes Hindernis für eine breitere iGaming-Expansion in naher Zukunft.

Kalifornien & Texas: Der große Preis bei Sportwetten

Schuetz und Santarelli diskutierten auch die Aussichten für Kalifornien und Texas, sich den Bundesstaaten anzuschließen, die legale Sportwetten anbieten. Schuetz, der das Scheitern der kalifornischen Volksinitiative von 2022 – unterstützt von kommerziellen Betreibern, die eine Genehmigung für Sportwetten anstreben – richtig vorhergesagt hatte, glaubt, die Lektion sei gelernt: Der einzige gangbare Weg in Kalifornien führe über die Interessen der indigenen Glücksspiele.

„Herr Schuetz glaubt, dass die Stämme letztendlich die Machtverhältnisse lösen und Vereinbarungen zur Gewinnbeteiligung prüfen werden, während kommerzielle Betreiber mit Markenwert, Technologie und operativer Expertise einen Beitrag leisten können“, schrieb Santarelli.

In Texas sieht Schuetz eine Chance für Sportwetten – insbesondere, wenn diese mit den Bemühungen verbunden sind, Casino-Resorts im Las-Vegas-Stil in den Bundesstaat zu bringen. Unterstützt wird diese Initiative auch von der Aktionärin von Las Vegas Sands (NYSE: LVS), Dr. Miriam Adelson. Die Haltung von Vizegouverneur Dan Patrick (Republikaner) bleibt jedoch ein wesentliches Hindernis, da er sich bisher Forderungen nach einer Ausweitung des Glücksspiels widersetzt hat.

Für Sportwettenanbieter ist Texas attraktiver als Kalifornien, da es wahrscheinlich einen wettbewerbsfähigen, offenen Markt ohne obligatorische Zugeständnisse für Stammesangehörige bieten würde.

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